Pressemitteilung

18. Deutsche Asphalttage 2016

Rückblick: Gute Stimmung dank positiver Aussichten

Vom 17. bis 19. Februar traf sich die Asphaltbranche in Berchtesgaden zu den 18. Deutschen Asphalttagen. Die alle zwei Jahre stattfindende Fachveranstaltung stand unter dem Motto „asphalt grenzenlos – zielführend“ und lockte wieder über 500 Besucher in den äußersten Südosten der Republik.

In seiner Begrüßungsansprache lies der Präsident des Deutschen Asphaltverbandes (DAV), Stefan Schmidt-Weiss, die Entwicklung der Asphaltmischgutproduktion der vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren. Sein Fazit ist dabei ebenso klar wie dramatisch: „Hier wird nicht nur eine Industrie kaputtgespart, sondern wir gefährden durch eine marode Infrastruktur vor allem den Wirtschaftsstandort Deutschland!“

Aber, und auch das unterstrich Schmidt-Weiss in seiner Rede, er ist nicht rückwärts gerichtet, sondern blickt nach vorne. Und da hat er und mit ihm die Asphaltbranche allen Grund, positiv zu denken. Denn für 2016 steigt der Etat des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur um 5,5 % auf insgesamt rund 24,6 Mrd. Euro. In Autobahnen und Bundesstraßen wird der Bund 2016 6,2 Mrd. Euro investieren. „Also gut 1 Mrd. Euro mehr als im zurückliegenden Jahr“, resümiert Schmidt-Weiss.

Für die traditionelle Eröffnungsansprache konnte Nicola Beer, Generalsekretarin der FDP, gewonnen werden. In ihren Ausführungen unter dem Motto „Mehr Mut zur sozialen Marktwirtschaft“, forderte sie mehr Risikobereitschaft in Wirtschaft und Gesellschaft. „Es muss uns endlich gelingen, bei allen Entscheidungen nicht nur auf die Risiken zu schauen, die sich ergeben, sondern vor allem auf die Chancen zu setzen“, so Beer. Grundvoraussetzung hierfür ist ihrer Meinung nach, dass wir in Deutschland die weltbeste schulische und berufliche Ausbildung erhalten und unseren Unternehmergeist starken. „Wir brauchen ein Deutschland-Update“, forderte die Generalsekretarin.

Rainer Bomba, Staatssekretar im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), legte in seiner folgenden Ansprache noch einmal die finanziellen Rahmenbedingungen des Bundesministeriums dar. Ziel sei es, 8 bis 8,5 Mrd. Euro Investitionen in den kommenden Jahren zu verstetigen. Dies sei ein wichtiger Schritt, um der Rolle Deutschlands im Zentrum Europas gerecht zu werden. Allerdings, auch das machte der Staatssekretar sehr deutlich, sind auch die Länder in der Pflicht, für ausreichend baureife Projekte zu sorgen. Es könne nicht sein, dass finanzielle Mittel, die vom Bund zur Verfügung gestellt werden, durch die Länder nicht abgerufen werden. In diesem Punkt wurde Bomba sehr deutlich: „Wenn wir Geld besorgen, dann muss auch gebaut werden!“

Fachprogramm

Zwar waren die technischen Themenblocke erst für den zweiten Tag der Veranstaltung geplant, dennoch wurde bereits am Eröffnungstag durch Dr. Jürgen Beninca von der Kanzlei Morgan, Lewis & Bockius ein viel beachteter

Vortrag gehalten zu einem Thema, das jeden Teilnehmer der Deutschen Asphalttage angeht: die kartellrechtliche Zulässigkeit von Liefergemeinschaften. Dr. Beninca stellt das Positionspapier des DAV zu diesem Thema vor und gab Erläuterungen zum Vorgehen des Bundeskartellamtes. Er verwies darauf, dass nach seiner Einschätzung die Bau- und Baustoffindustrie weiter im Fokus des Kartellamtes stehen wird und er gab den Rat, dass die Asphaltindustrie im Rahmen ihres Dialogs mit dem Amt weiter auf die Unterstützung der ausschreibenden Stellen und der Bauindustrie setzen soll. „Das Ergebnis und die Dauer des gerade begonnenen Dialogs mit dem Amt sind allerdings offen“, resümierte er.

Diskussionsrunde

Für den Nachmittag des zweiten Tages hatte sich der DAV etwas Neues einfallen lassen. Statt eines Themenblocks mit unterschiedlichen Referenten gab es eine Podiumsdiskussion. Thema war: „Personal finden und binden – Ansätze und Wege zu attraktiven Arbeitsplatzen“. Es diskutierten unter der Leitung von Petra Timm, Pressesprecherin der Randstad-Gruppe: Stefan Schmidt-Weiss, Dr. Christoph Droge, StraßenNRW, Prof, Hans-Hermann Weßelborg, FH Münster, Emke Emken, Leiter des Bildungszentrums der Bauindustrie in Rostrup, sowie Desiree Holz, Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung. Gleich zu Beginn stellten alle Teilnehmer klar, dass der Fachkräftemangel in der Baubranche nur gelingen kann, wenn Verwaltungen, Unternehmen und Bauindustrie an einem Strang ziehen. Dabei müssen die Unternehmen vermehrt einen Blick auf die Lebensumstande ihrer Mitarbeiter haben. Weßelborg fasste es so zusammen: „Wir dürfen nicht so tun, als wäre alles wie vor 20 Jahren. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist extrem wichtig. Denn es geht den jungen Menschen nicht um den Dienstwagen oder eine bessere Bezahlung.“ Die Losung scheint dabei in vielen kleinen Schritten zu liegen. So erinnerte Holz beispielsweise daran, dass den Unternehmen mit regelmäßigen Mitarbeitergesprächen ein Instrument zur Verfügung steht, um Bedürfnisse und Wunsche ihrer Angestellten zu erfragen.

In dem die Deutschen Asphalttage abschließenden Festvortrag nahm Lutz Herkenrath, Motivationstrainer und Schauspieler, die Anwesenden mit in eine Zeit der Veränderung. In seinen Ausführungen mit dem Titel „Den Wandel gestalten statt erleiden“ zeigte er auf, wie der Mensch auf Veränderungen reagiert und was er tun muss, um ein agierender Teil zu werden.

Mitgliederversammlung

Während sonst die Mitgliederversammlung des DAV die Tagung eröffnete, beschloss sie sie diesmal. Nachdem Schmidt-Weiss bereits im Vorfeld angekündigt hatte, dass er für eine weitere Amtszeit als Präsident nicht zur Verfügung stehen kann, galt es unter anderem, einen neuen Präsidenten zu wählen. Einstimmig fiel die Wahl auf Franz Voigt, der bereits zwischen 2006 und 2010 dieses Amt beim DAV bekleidete (s. hierzu auch das Interview auf S. 36–37 unserer Verbandszeitschrift „asphalt“). Und ein weiterer Abschied wurde verkündet: Nach 23 Jahren beim DAV verlasst Dr. Heiner Els den Verband als technischer Geschäftsführer und wird fortan seine Freizeit genießen. Ihm nachfolgen wird der Leiter Forschung und Entwicklung beim DAV, Andre Taube. Die Verabschiedung führte der Ehrenpräsident des Verbandes, Dieter Schuler, in einer bewegenden Rede durch.

 

Weitere Informationen:
Bernd Hinrichs
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Asphaltverband (DAV) e.V.
Schieffelingsweg 6
53123 Bonn
Tel.: 0228 / 97965-19
Fax: 0228 / 97965-11
E-Mail: hinrichs@asphalt.de

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18. Deutsche Asphalttage – Vorbericht
Branchentreffen in Berchtesgaden

Bonn, 30. September 2015. Vom 17. bis 19. Februar 2016 finden in Berchtesgaden die 18. Deutschen Asphalttage statt. Das größte und wichtigste nationale Branchentreffen wird alle zwei Jahre vom Deutschen Asphaltverband (DAV) sowie vom Deutschen Asphaltinstitut (DAI) ausgerichtet. Begleitet wird der Kongress durch eine umfangreiche Fachausstellung.

Für die Eröffnungsansprache konnte Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag Nordrhein- Westfalens und Bundesvorsitzender der FDP gewonnen werden. In seinen Ausführungen „Mehr Mut zur sozialen Marktwirtschaft“ legt der Politiker eineinhalb Jahre vor der Bundestagswahl die Ziele seiner Partei dar. Für das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird Staatssekretär Rainer Bomba auf den Deutschen Asphalttagen 2016 erwartet. In seinem Vortrag „Perspektiven für die Straßeninfrastruktur“ wird er die Leitlinien des Ministeriums für die Verkehrsinfrastruktur erläutern.

Des Weiteren werden zwei Keynotes in branchenübergreifende Themen einführen und im Auditorium für Diskussionsbedarf sorgen. Einerseits äußert sich Jürgen Beninca von der Frankfurter Kanzlei Morgan, Lewis & Bockius LLP über das brisante Thema der kartellrechtlichen Zulässigkeit von Kooperationen, Gemeinschaftsunternehmen und Liefergemeinschaften im Baustoffsektor. Andererseits liefert Ministerialrat Gerhard Rühmkorf, Leiter der Unterabteilung Straßeninvestitionspolitik, Erhaltung, Finanzierung im BMVI aktuelle Informationen zum Bundesfernstraßenbau.

In den beiden technischen Themenblöcken „Moderne und nachhaltige Wiederverwendung von Asphalt“ und „Prozesssicherheit im Asphaltbau“ werden Fragen zum modernen Asphaltstraßenbau aufgeworfen und Antworten erörtert. Als Referenten stehen Experten aus Forschung und Praxis zur Verfügung. Mit einer Gesprächsrunde zum Thema „Personal finden und binden – Ansätze und Wege zu attraktiven Arbeitsplätzen“ widmen sich die 18. Deutschen Asphalttage einem hochaktuellen Thema der Branche. Die Frage nach der Sicherung der Fachkräfte hat mittlerweile existenzielle Formen angenommen. Innerhalb der Diskussion soll das Problem von unterschiedlichen Blickwinkeln, wie etwa aus Sicht der Unternehmer, der Hochschulen, der Verwaltung und der Ausbilder betrachtet werden. Aber auch branchenfremde Firmen, die Lösungen und Wege aufzeigen, sollen zu Wort kommen.

Begleitet wird die Tagung von einer Fachausstellung, auf der über 50 Firmen ihre neuen Produkte, neue maschinentechnische sowie asphalttechnologische Entwicklungen präsentieren.

Die Veranstalter erwarten nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ca. 600 Tagungsteilnehmer, so dass mit mitreisenden Partnern und den Besatzungen der Ausstellungsstände insgesamt ca. 1.000 Teilnehmer Berchtesgaden für drei Tage wieder zum Mittelpunkt der Asphaltwelt machen. Das vollständige Programm der 18. Deutschen Asphalttage finden Sie in Kürze unter www.deutsche-asphalttage.de im Internet.
Weitere Informationen:
Bernd Hinrichs
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Asphaltverband (DAV) e.V.
Schieffelingsweg 6
53123 Bonn
Tel.: 0228 / 97965-19
Fax: 0228 / 97965-11
E-Mail: hinrichs@asphalt.de

 

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Staatssekretär Rainer Bomba äußert sich zu den Perspektiven für die Straßeninfrastruktur.

 

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Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag Nordrhein-Westfalens und Bundesvorsitzender der FDP, gibt in der Eröffnungsansprache Impulse für mehr Mut zur sozialen Marktwirtschaft.

 

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Das Motto der 18. Deutschen Asphalttage lautet „grenzenlos zielführend“.
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