Donnerstag, 26.2.2026, 11:30 Uhr
Moderation
Udo Sieverding, Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, NRW

Udo Sieverding…
… hat in Münster Geographie studiert. Von 1998 bis 2023 hat er bei der Verbraucherzentrale NRW im Themenfeld Energie, Mobilität, Klimaschutz gearbeitet und war zuletzt Bereichsleiter Energie und Mitglied der Geschäftsleitung. Im März 2023 hat er im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen die Leitung der Abteilung Mobilität der Zukunft, Radverkehr, ÖPNV übernommen.
Präzise Information und Dokumentation durch digitale Lösungen bei Kaltfräsen
Gemeinsam Klimaziele im Asphaltstraßenbau erreichen:
A6 Autobahn-Pilotprojekt setzt Maßstäbe mit CO2e-Vergabekriterium
Robert Zimmermann, Autobahn GmbH NL Südwest

Robert Zimmermann…
… geboren am 16.03.1973 in Berlin, wohnhaft in Heidelberg, verheiratet und stolzer Vater zweier Töchter. Studium des Bauingenieurwesens an der TU Berlin, Abschluss 2002 als Diplom-Bauingenieur. Berufliche Stationen umfassen drei Jahre bei der Kondius AG in Berlin (Projektsteuerung und Baumanagement), neun Jahre in der Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg beim Regierungspräsidium Stuttgart sowie sechs Jahre im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, jeweils mit Schwerpunkten in Bauoberleitung Vergabe- und Vertragswesen sowie Straßenbautechnik. Seit 2010 Mitarbeit in verschiedenen Arbeitskreisen der FGSV und des BMV. Von 2011 bis 2020 Beisitzer der Vergabekammer Baden-Württemberg. Seit 2017 Dozent an der DHBW Mosbach. Seit 01.2021 Leiter der Außenstelle Heidelberg der Autobahn GmbH des Bundes.
Gemeinschaftsvortrag | Inhalt
Das deutsche Klimaschutzgesetz sieht bis 2030 eine Reduzierung der Treibhausgase um 65 % gegenüber 1990 vor und nimmt auch die Autobahn GmbH als große Infrastrukturbetreiberin und die Bauindustrie in die Pflicht. Bei einem Pilotprojekt auf der A6 bei Walldorf/Wiesloch wurde der CO2e-Fußabdruck als zweites Vergabe-Wertungskriterium definiert (CO2e = CO2-Äquivalent). Das ermöglichte eine nicht nur an wirtschaftlichen, sondern auch an Nachhaltigkeitsaspekten ausgerichtete Vergabe. Zuvor war eine belastbare Berechnungsmethode für CO2e entwickelt worden, die sich auf jene Phasen im Asphaltstraßenbau konzentriert, bei denen am meisten CO2e anfällt (Rohstoffgewinnung, Transport und Herstellung des Asphalts).
Julian Zimmermann, Johann BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG

Julian Zimmermann…
… geboren 1992, ist Bauingenieur mit Master of Engineering und leitet seit 11/2023 eine Niederlassung der JOHANN BUNTE Bauunternehmung. Nach Stationen als Werkstudent und Projektleiter verantwortete er zahlreiche Infrastruktur- und Asphaltprojekte, u. a. am Flughafen Frankfurt sowie PPP-Autobahnprojekte. Seine Schwerpunkte liegen in Bau- und Projektleitung, Kalkulation und Führung.
Gemeinschaftsvortrag | Inhalt
In der Ausführung standen technische und organisatorische Maßnahmen zur Emissionsreduktion dieser Phasen im Mittelpunkt. Dazu zählten die Auswahl und Lagerung der Rohstoffe, eine optimierte Transportlogistik sowie eine energieeffiziente Asphaltproduktion. Die CO₂e‑Bilanz wurde während der Bauphase kontinuierlich fortgeschrieben, dokumentiert und gemeinsam bewertet. Das Pilotprojekt liefert konkrete Erkenntnisse, wie CO2-optimierte Ausführungskonzepte technisch umgesetzt werden können und zeigt dabei sowohl Herausforderungen als auch wesentliche Erfolgsfaktoren in der Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern, Bauunternehmen und Lieferanten.
Von EPD bis DPP – Die Zukunft von Produktdaten ist digital
Lisa Oberaigner, Emidat GmbH

Lisa Oberaigner…
… ist Mitbegründerin und Geschäftsführerin von Emidat – der führenden EPD und DPP Automatisierungslösung für die Baubranche. Lisas Hintergrund ist in der BWL und Informatik, wo sie unter anderem am MIT zu nachhaltigen Lieferketten geforscht hat. Seit 2018 ist sie im Bereich Klima und Startups in diversen Branchen unterwegs und wurde dafür letztes Jahr mit der Forbes 30 unter 30 ausgezeichnet.
Vortragsinhalt
Es wird erklärt, wie Umweltproduktdaten – insbesondere LCAs, EPDs und DPPs – mithilfe von digitaler Technologie schnell und unkompliziert erstellt und als Geschäftsvorteil genutzt werden können. Auf Basis von Kundenerfahrung mit CRH, Heidelberg, Triflex, Bauder, sowie dem DAV und einigen Mitgliedsunternehmen, wird Emidat praxisnah über die effiziente Datensammlung und -nutzung im Asphalt sprechen.
Marco Bokies, Deutscher Asphaltverband e.V.

Marco Bokies…
… ist am 24.11.1975 in Essen geboren. Nach dem Ersten Staatsexamen 2001 absolvierte er das Referendariat in Essen und legte 2003 das Zweite Staatsexamen ab. Es folgte ein LL.M. in Wirtschafts- und Steuerrecht an der Ruhr-Uni Bochum. Seit 2003 ist er Rechtsanwalt. Beruflich war er u. a. bei RAe Heidelbach & Kollegen tätig, anschließend Geschäftsführer in Tarif‑, Umwelt‑ und Rohstoffpolitik beim Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e.V.. Seit 2016 ist er Geschäftsführer des Deutschen Asphaltverbands.
Vortragsinhalt
SusInfra – Nachhaltigkeitsbewertung von Infrastrukturprojekten
Dr.-Ing. Roland Meyer, Institut für Nachhaltigkeit im Bauwesen, RWTH Aachen

Dr.-Ing. Roland Meyer…
… studierte Maschinenbau und schloss sein Studium 1994 mit dem Diplom ab. Er arbeitete zwei Jahre lang in einem Ingenieurbüro, wo er sich auf Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen für kontaminierte Standorte konzentrierte, bevor er an die Universität zurückkehrte, um sich einem neu gegründeten Institut für Abfallwirtschaft anzuschließen, in dem er promovierte. Von August 2014 bis Mai 2017 war er als Interimsadministrator dieses Instituts tätig, bevor er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nachhaltigkeit im Bauwesen der RWTH Aachen tätig wurde. In dieser Funktion koordiniert er mehrere Projekte im Bereich der Nachhaltigkeitsbewertung und hält verschiedene Vorlesungen zu Themen der Nachhaltigkeitsbewertung.
Vortragsinhalt
Im Projekt „SusInfra“ – gefördert durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr – wird ein Tool entwickelt, das die Nachhaltigkeitsleistung von Autobahn-Bauprojekten über die drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales bewertet. Grundlage ist ein Benchmarkansatz, der Projektdaten in Punktwerte überführt. Für die ökologische Bewertung wurden umfangreiche Ökobilanz-Simulationen durchgeführt, um relevante Umweltwirkungen zu identifizieren und Best-/Worst-Case-Szenarien festzulegen. Soziale Aspekte basieren auf Literaturrecherchen, Expertengesprächen und einer Umfrage. Der ökonomische Benchmark orientiert sich am günstigsten Angebot. Das Tool ermöglicht eine frühzeitige, transparente Bewertung in der Planungsphase und unterstützt fundierte Entscheidungen.